Wissenswertes über DAS VERRÜCKTE HAUS

 

• Die Bauzeit des Rohbaus des VERRÜCKTEN HAUSES betrug inklusive der Vorfertigung

dreieinhalb Monate.

 

• Der Innenausbau dauerte dann noch einmal knapp 6 Wochen. Wobei ständig Details hinzu kommen und Veränderungen stattfinden.

 

• Fertigstellung und Einweihung war am 26.3.2011.

 

• Der obere (jetzt untere) Teil des VERRÜCKTEN HAUSES wurde auf herkömmliche Weise

gebaut und anschließend mit zwei großen Kränen gedreht.

 

• Gewicht: ca. 34 Tonnen! Dieses Spektakel – das sogenannte Sturzfest – ereignete sich am    25.1.2011.

 

• Das Erdgeschoss (jetzt der obere Teil) wurde dann in Fertigteilen auf das bereits gedrehte Obergeschoss montiert.

 

• Gesamtgewicht inklusive Einrichtung: ca. 45 Tonnen!

 

• Alles in dem Haus ist um 180 Grad gedreht, außer: Die Treppen, die Fenster und die Türen.

Der Grund: Auflagen durch das Bauamt (Sicherheitsaspekte und Fluchtwege im Falle von z.B. Ausbruch eines Feuers)

 

• Gesamtes Investitionsvolumen: Mehr als 500.000 Euro!

 

• Neben SAT 1, RTL, NDR 2 und WDR berichtete auch das erste russische Fernsehen in einem

3-minütigen Beitrag über dieses verrückte Objekt.

 

• In Zeitungen/Zeitschriften und Rundfunk wurde neben zahlreichen deutschen Medien u.a. auch in Australien, Österreich, Südamerika und Frankreich berichtet.

 

• Zwei Paare gaben sich bereits in diesem VERRÜCKTEN HAUS das „Jawort“ (das Team des VERRÜCKTEN HAUSES wünscht eine schöne gemeinsame Zukunft!)

 

• DAS VERRÜCKTE HAUS hat eine Längs- und Querneigung von bis zu 7 Grad. Dies ist u.a. der Grund, warum bei 99% der Besucher Schwindelgefühle auftreten.

 

 

 

 

Warum wird mir schwindelig?

 

In diesem Haus trotzt alles der Schwerkraft und scheint ein Eigenleben zu entwickeln – und unser Wahrnehmungssystem spielt mit!

 

Betrachtet man DAS VERRÜCKTE HAUS von außen, erkennt man die Neigung des gesamten Hauses in Längs- und Querrichtung. Sie beträgt in der Längsrichtung etwa 6°, in der Querrichtung ca. 7°.

 

Wieso wird mir deswegen schwindelig? Schuld daran ist unser Gleichgewichtssinn und die Schwerkraft.

 

Da unser Körper auch durch die Schwerkraft Informationen zur Lage im Raum erhält, wird dies bei der Verarbeitung der visuellen Information berücksichtigt. Der Körper versucht sich zwar stark nach den vertikalen Linien im Raum auszurichten, spürt allerdings auch die Schräge z.B. durch die Fußstellung und das Gleichgewichtsorgan im Ohr.

 

Wie orientiert sich unser Körper im Raum?

 

Die Orientierungswahrnehmung ist – wie oben bereits erwähnt – abhängig von mehreren Faktoren.

 

Ein wichtiger Faktor ist die Fähigkeit, die Richtung der Schwerkraft wahrzunehmen. Möglich ist dies über den Druck des Eigengewichts auf die Füße und andere Körperteile und durch Muskelbewegungen, mit denen man versucht, das Gleichgewicht zu halten.

 

Das wichtigste Organ für den Lage- und Drehsinn ist allerdings der Vestibularapparat des Innenohres: Der Schwerereiz wirkt dort auf Haarzellen in den beiden Vorhofsäckchen des häutigen Labyrinths (Utriculus und Sacculus). Die Haarschöpfe sind in eine Gallertschicht eingebettet und fungieren hier als Fortsätze der Sinneszellen: je nach Lage des Kopfes verschiebt sich diese Gallertschicht, dadurch werden die Härchen geschert und die Sinneszellen erregt. In der darauffolgenden Nervenzelle wird der Grad der Neigung durch die Höhe der Entladungsrate codiert.

Weitere Faktoren sind die Erfahrung über die Orientierung anderer Gegenstände und Linien im Raum und die Informationen, die unser visuelles System liefert.

 

I.d.R. stimmen all diese Informationen miteinander überein und vermitteln eine einheitliche Orientierung im Raum; im VERRÜCKTEN HAUS allerdings unterscheiden sich zum Teil gravierend. Primär versucht eine Person sich parallel zu einer aufrechten Umwelt (i.d.R. ist sie das Bezugssystem) auszurichten – in diesem Fall parallel zu den Senkrechten im Raum. Dabei wird durchaus das Risiko des Kippens in Kauf genommen; zumindest tritt ein eigenartiges Gefühl auf.

Den Konflikt zwischen Schwerkraftsinn und visuellem System löst unser Wahrnehmungssystem mit einer gewissen Dominanz der visuellen Information über den Schwere- und Lagesinn; die Raumwahrnehmung basiert also zum Großteil auf den visuellen Informationen. Aus diesem (einseitigen) Kompromiss resultiert auch die Adaptation, nach dem man sich eine gewisse Zeit im VERRÜCKTEN HAUS aufgehalten hat.

Aber eben diese Dominanz macht die Faszination des VERRÜCKTEN HAUSES aus.

 

Quelle: Prof. Dr. Bernd Lingelbach, IfAA - STZ Institut für Augenoptik Aalen

 

Literaturverweise:

Wahrnehmung - I. Rock - 1985

 

 

Copyright: DAS VERRÜCKTE HAUS (Bispingen) GbR